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„Haben Sie Angst vor dem Tod?“ – Interview mit einer Hospizmitarbeiterin und einem Bestatter

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Tod und Sterben“ im Religionsunterricht der Klassen 10a und 10b erhielten die Schülerinnen und Schüler die besondere Gelegenheit, mit zwei Experten ins Gespräch zu kommen. Die Religionslehrkräfte Christoph Hillebrand und Alexandra Müller hatten hierzu Claudia Sondermann vom Hospiz „vka – AchtsamZeit“ sowie Andreas Werner vom Bestattungshaus Sauerbier eingeladen, um den Jugendlichen einen authentischen Einblick in den Umgang mit Tod, Sterben und Trauer zu ermöglichen. 

Bereits im Vorfeld setzten sich die Klassen intensiv mit dem Thema auseinander. Sie erarbeiteten eigene Interviewfragen, die sowohl fachliche, aber auch persönliche Aspekte berührten. Dabei ging es unter anderem um den Alltag im Hospiz, den Umgang mit Sterbenden und deren Angehörigen sowie um die Aufgaben und Herausforderungen eines Bestatters. Die Schülerinnen und Schüler wollten beispielsweise wissen, wie ein „typischer“ Alltag im Hospiz aussieht und was die ausgefallensten Wünsche der Gäste im Hospiz sind, wie man auf die Idee kommt, Bestatter zu werden und wie sichergestellt wird, dass Urnen nicht verwechselt werden. 

Während des Besuchs berichtete Claudia Sondermann einfühlsam von ihrer Arbeit. Sie erklärte, wie wichtig es sei, Sterbende in ihrer letzten Lebensphase würdevoll zu begleiten und auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen. Besonders eindrucksvoll war für die Zuhörenden die Schilderung, wie viel zwischenmenschliche Nähe und Empathie dabei erforderlich sind. 

Andreas Werner gab ebenfalls einen offenen Einblick in seine Tätigkeit. Er informierte über die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft, sprach über organisatorische Abläufe nach einem Todesfall, aber auch über die emotionale Seite seines Berufs. Dabei wurde deutlich, dass seine Arbeit weit über die rein praktischen Aufgaben hinausgeht und vor allem auch die Begleitung trauernder Angehöriger umfasst. Ein besonderes Highlight war für alle, die technische Ausstattung eines Leichenwagens auf dem Schulparkplatz zu inspizieren. 

Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und zeigten großes Interesse an den Antworten der Experten. Es entstand ein respektvoller und zugleich sehr persönlicher Austausch, der sicherlich zum Nachdenken anregt. 

Christoph Hillebrand und Alexandra Müller richten ein herzliches Dankeschön an Claudia Sondermann und Andreas Werner, die es den Jugendlichen ermöglichten, sich auf eine lebensnahe Weise mit dem oft tabuisierten Thema „Tod“ auseinanderzusetzen und neue Perspektiven auf den Umgang mit Tod und Sterben zu gewinnen.